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Maison des Anges Haiti, Förderverein Kinderheim Maison des Anges, 5645 Aettenschwil, Schweiz

Reiseblog November 2018

Pläne in Haiti - ist das denn erlaubt?!

Maison des Anges

«Please present your ESTA-Numbers”, sagt die Dame von American Airlines. Mit einer unbeschreiblichen Eile weisen alle ihre ESTA-Formulare für die Einreise in die USA vor, lediglich Cécile fragt verdutzt, was denn bitte ein ESTA sein soll? Ein paar sehr lange Sekunden vergehen, bis uns allen bewusst wurde, dass Cécile, die bereits vor uns angereist war, gar kein ESTA-Formular hat. Die situationsbedingte Abreise aus Port-au-Prince in die USA ist ihr somit verweigert, die Dame hinter dem Schalter könne nichts tun. Da die Chance, in den nächsten 30 Minuten ein genehmigtes ESTA-Formular zu erhalten, sehr minim ist, haben wir entschieden, dass Milou und ich zusammen mit Cécile den nächstmöglichen Flug nehmen. In einer Windeseile – es war bereits dunkel – fuhr der Chauffeur des Maison des Anges zum Flughafen und wieder zurück ins Kinderheim, während sich die anderen vier auf zum Flugzeug nach Fort Lauderdale machten.

Unsere Pläne wurden endgültig und vollständig durchkreuzt. Am Mittwochnachmittag bittet uns Gladys, uns bei unserer Botschaft zu melden und eine Ausreise in Betracht zu ziehen. Über mehrere Stunden hinweg wird telefoniert, gechattet und gegoogelt. Verschiedene Botschaften sind bereits zu und die meisten unserer Bekannten vor Ort empfehlen ebenfalls eine sofortige Ausreise. Mit den zunehmenden Spannungen wird die Lage allmählich unberechenbar, bevor wir allerdings noch am selben Tag abfliegen (bzw. eben nur ein Teil der Gruppe) überreichen wir Gladys ihr Geschenk zu ihrem 70. Geburtstag. Dass drei von uns später vom Flughafen wieder zurückkehren werden, wissen wir noch nicht.

Mittlerweile ist bereits wieder ein ganzer Tag vergangen. Erst gestrandet und ohne Plan in Fort Lauderdale gelandet, haben wir uns schlussendlich entschieden, die restlichen 3 Tage zu bleiben und Miami zu erkunden. Da unsere Flüge am Montag sowieso ab Miami nach Hause fliegen, deckt sich der Aufenthalt hier für einmal doch mit unseren Plänen. Unsere Gefühle allerdings sind durchmischt. Einerseits erleichtert, aus der Gefahrenzone zu sein, andererseits traurig über die abrupte Abreise und die nicht erledigten, geplanten Vorhaben in Haiti. Die 3 Tage «Entspannung» in Miami hilft jedem von uns, unsere Lage zu akzeptieren, zu verarbeiten und uns auf das alltägliche Leben in Europa vorzubereiten.